Zigarettenspitze

Rudolf Dreßler, der zurzeit auch wieder öfter in den diskurskosmetischen Talkshoweinsatz kommt, das Kindergedicht auf die ehrbaren Kaufleute aus dem Gedächtnis aufzusagen, warf allerdings eine kulturkritische Frage hinterher, auf die viele schon lange vergeblich nach einer Antwort gesucht hatten: Warum eigentlich werde täglich zur besten Sendezeit minutenlang über das Auf und Ab der Börsenkurse berichtet, obschon von zehn Menschen nur einer überhaupt Aktien besitze? Man erinnerte sich, was Max Goldt einmal über den Verkehrsfunk schrieb: Ein Stau am Sachsendamm interessiere ihn in seiner Wohnung ja überhaupt nicht. Die Autofahrer am Sachsendamm wollten wahrscheinlich auch nicht wissen, wie hoch der Geschirrstapel in seiner Küche gerade sei.


 
 
 

Kommentieren