Monatsarchiv für December 2006

 
 

No Doubt? Doch!

Oder soll ich es etwa doch dem Aufschwung danken, dass der ausserordentlich werte Herr smal jetzt regelmässig in der Sonntagsfaz publiziert wird? Wenn das unter Blogsponsoringgesichtspunkten nicht sowieso schon längst fällig gewesen wäre, könnte man sagen: Es gäbe keinen zuverlässigeren Indikator für eine gesamtwirtschaftliche usw. (hier im Osten liest man gleichwohl lieber unterm erschnorrten Login des ob, neben vielem anderen, seiner unverfrorenen Jugendlichkeit beneideten Autors, als sich eine echte Zeitung zu kaufen, schönen Dank!)

Anhand des biographischen Riemens über eine Frau Stefani, der für mich mangels vorheriger Bekanntschaft mit dem Gegenstand auch überdurchschnittlich informativ war, habe ich allerdings ableiten müssen, dass ich seit rund zehn Jahren keine reguläre Discothek oder ähnlichartige volkstümlicheren Musikabspielstätten mehr besucht habe. Denn alles per Tube überprüfte Material entbarg sich als nur oberflächlichst vertraut, als hätte ich es vielleicht einmal wartend beim Friseur gehört, nicht mehr. Und auch das muss gewesen sein, bevor ich ausschliesslich Haarschneider aufzusuchen begann, bei denen allenfalls Metropol FM läuft.

Alejandro González Iñárritu: Babel (2006)

Davon, dass man sie auf drei Kontinente verteilt, wird die verknüpfte Tragiknarration nicht klüger, höchstens ist sie gefälliger anzuschauen. Die Moral ist: In dieser Welt leben ungefähr sieben von zehn Menschen immer im Dreck (der dabei gar nicht einmal schmutzig sein muss), und zu den Glücklicheren gehört, für wen der Rettungshubschrauber kommt. Im Grunde ein Weihnachtsfilm, wie gemacht für mittlere Kulturalismusfunktionäre wie du und ich.

Turnen habe ich sowieso immer gehasst

Der Aufschwung also. Wenn im Prinzip alles bleibt wie es gewesen, aber die Leute sich wieder trauen, eine Waschmaschine zu bestellen, weil ihnen einer eine Anstellung gegeben hat, wo sie alles in allem zehn Prozent weniger herauskriegen, als sie vor zwanzig Jahren bekommen hätten.

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Die Jungen mit den blauen Gesichtshälften. Die Erwachsenen haben das früher verlegen mit einer Verbrennung in der Kindheit erklärt. Das war, als man noch klein genug war, nach einer Begründung für das Anderssein von anderen zu fragen, aber auch schon gross genug, dass man die Anderen als anders erkennen konnte. Die Jungen von damals, kommt mir vor, arbeiten jetzt alle bei der Post (und solchen Betrieben, die überhaupt Männer mit blauen Gesichtshälften einstellen wollen mussten). Da arbeiten sie, vom stetigen unterdrückten Erschrecken des Mitgemenschels immer noch ganz stumm, ausserhalb des Kundenbereichs, im Hintergrund, damit sie, werden die Personalleiter sich gedacht haben, niemanden erschrecken können. Man sieht sie manchmal von ferne, wenn man zB ansteht, um den Umschlag mit Lettre drin abzuholen oder einen anderen Dissidenten des real existierenden Vertriebssystems, schweigend und gewissenhaft im Lager beschäftigt.

9:09

How fortunate the man with none.

Familientragödie

Für die Öffentlichkeit der grausigste Fund: Die Weihnachtsgeschenke waren schon gekauft.

Chicken

1: Man, these shits is right, yo.

2: It’s good with the hot sauce, too.

1: Most definite.

2: Dee, want some nuggets?

3: No, go ahead, man.

1: Man, whoever invented these, he off the hook.

2: Word!

1: Motherfucker got the bone all the way out the damn chicken.
Till he came along, niggas be chewing on drumsticks and shit… getting their fingers all greasy.
He said “Later” to the bone. Nugget that meat up and make some real money.

3: You think the man got paid?

1: Who?

3: Man who invented these.

1: Shit, he richer than a motherfucker.

3: Why? You think he get a percentage?

1: Why not?

3: Nigga, please, the man who invented them things…
just some sad-ass down at the basement of McDonald’s…
thinking up some shit to make money for the real players.

2: No man, that ain’t right.

3: Fuck right. It ain’t about right, it’s about money.
You think Ronald McDonald gonna go down that basement…
and say, “Mr. Nugget, you the bomb.
“We selling chicken faster than you can tear the bone out.”
“So, I’m gonna write my clowny-ass name on this fat-ass check for you.”
Shit.
The nigger who invented them things…
still working in the basement for regular wage…
thinking of some shit to make the fries taste better.
Believe.

1: He still had the idea, though.