Monatsarchiv für August 2006

 
 

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»Das Internet, die Fernuniversität des Terrors«

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»Die Waffen-SS im Wahlkampf für Klaus Wowereit«

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Christian Petzold: Gespenster (2005)

Zwei aufeinanderzulaufende Erzählungen aus verschatteter bürgerlicher Tragik und adoleszenter MAE-Devianz (beides aber etwas missrepräsentiert zum Teil, meine ich, auf Absetzung bedachte Stilisierungen eben), die zusammen bis kurz vor Schluss, bis es im Papierkorb plonkt, einen recht spooky Effekt entfalten. Jedenfalls für den, der biologischer Elternschaft eine tiefere Bedeutung beimisst, was aber in einer Welt, wie sie aus Petzolds immer wieder beachtlich skrupulöser, ja wohltuend quälender psychologischer Zurückhaltung uns entgegentritt, leider immer noch keine Kunst ist. Gesprochen wird nicht viel, und des war ich besänftigt, da der Ton schlecht ausgesteuert schien und auch einiges geflüstert Französische dabeiwar, was mir bei fehlender Untertitelung leider eine kognitive Überforderung verursacht. Letztere Punkte dürfen aber nicht ohne weiteres der Produktion vorgeworfen werden, vielleicht sind auch gewisse Leute im Internet schuldig geworden. Im Anblick der mitunter bis zum Überdruss bekannten Stadtecken, zwischen denen die Figuren, von einer Einstellung zur nächsten nach Charlottenburg nach ich glaube Rahnsdorf nach Kreuzberg nach Tiergarten, ohne lästige topographische Geworfenheit hin und her fliegen, naturgemäß auch wieder in diesen doofen Locationerkennungsmodus verfallen. Wann eigentlich, irgendwann kurz vor Lola muss es gewesen sein, ist in der Filmindustrie der Hauptstadtbeschluss gefällt worden? Herr Fürmann, das eigentliche Gespenst dieses Films.

Begräbnisort für Universitätsangehörige

CCTV?

Stümper. Die müssten nur jedem fünfzig Euro auszahlen, der nachher im Polizei-TV (nachts unverschlüsselt bei Premiere Homeland) von mindestens drei Anrufern, die in den letzten sechs Monaten nicht miteinander telefoniert haben, identifiziert wird und dessen Aufenthalt vor der Kamera als nicht missbräuchlich belegt werden kann, zB durch räumlich zuordenbare Kontobewegungen oder RFID-Protokolle. Faire Chance auf legalen, anrechnungsfreien Zuverdienst.