Monatsarchiv für October 2003

 
 

Filmwitz I

Do you know what’s black and white…
and black and white
and black and white? Huh?

A nun falling downstairs.

Images (Robert Altman, 1972)

Heteronormativitätskritik

Nina Degele, Ein Beitrag zur Kopftuchdebatte aus der Perspektive der queer politics

Wir werden das Gespräch mit ihm suchen

Es dauert jetzt 3-4 Wochen, bis die antisemitische Äußerung eines Bundestagsabgeordneten in Deutschland überhaupt bemerkt wird.

Link zur inwischen gelöschten Hohmann-Rede auf der Website der CDU Neuhof (Google Cache) | Hohmann zum “Nationalfeiertag” | Hohmann in der Hessenschau | Hohmann als Schmock der Woche, ca. Nov. 2000 | Hohmann über Lesben und Schwule

Edit 31.10.: Hohmann-Rede im Wortlaut

Don’t believe the hype

Mal iTunes für Win getestet. Installation geht ok. Wozu es gut sein soll, dass danach standardmäßig erstmal (potenziell) alle Musikfiles auf der Festplatte umbenannt werden, ist mir allerdings überhaupt nicht klar. Man wird wenigstens gefragt, ob man das möchte. Dann versucht das Programm nach Installation eine Internetverbindung aufzunehmen, hoffentlich nur, um nach Updates zu gucken und in der Gracenote-Datenbank (CDDB) nachzuschlagen. Vorgänge, die man über die Optionen deaktivieren muss und ohne Firewall gar nicht erst mitbekäme. Unangenehme Intransparenz.

Man hat im Prinzip ein hübsch großes, zweigeteiltes Fenster auf dem Schirm, links die Ordner/Laufwerke mit Musikdateien, rechts den Inhalt des jeweils aktiven Elements. Links gibt’s dann standardmäßig auch noch ein paar Kategorien mit mehrheitsfähigen Bezeichnungen, “50er”, “60er” und dergleichen Formatradiointelligenz. Wenn man keine Firewall laufen hat, werden die vorhandenen Dateien nach Datenbankabgleich vermutlich entsprechend vorsortiert. Hab schon beim Media Player nie verstanden, wozu das gut sein soll. Offenbar gibt’s hier wie dort auch diese Visualisierungsspielereien, die niemandem nützen, aber viel Arbeitsspeicher belegen. Danke.

Überhaupt. Viel Klickibunti. Aluminiumsimulation, Farbschattierungen, große knopfartige Schaltflächen. Und insgesamt, das ist wohl wahr, ein ziemlich schwabbeliges UI.

Eine der wenigen nützlichen Funktionen, die das Programm fehlerfrei beherrscht, ist CDs auslesen. Können dreißig andere Programme allerdings mindestens genauso gut. Der Kompressionsgrad und die Fehlerkorrektur beim Auslesen sind zwar recht detailliert skalierbar, andererseits hat man beim Ausgabeformat nur die Wahl zwischen MP3 (mit allerdings nicht wählbarem Encoder) und irgendwelchen windowseigenen Geschichten, um die man schon immer einen Bogen gemacht hat. Unterstützung von OGG, Musepack oder Monkey’s Audio (verlustfreie Kompression) gibt’s keine, dabei ist das schon bei Winamp 2x praktisch Standard. Armselig.

Völlig absurd ist, dass beim Abspielen noch Apfels Quicktime zwischen iTunes und Soundkarte geklemmt ist. Praktischerweise wird ja deshalb Quicktime auch gleich mitinstalliert.

Was ich zugegebenermaßen gar nicht mehr ausprobiert habe, sind Brennen und Playlists erstellen. Dazu muss ich sagen, dass ich keinen MP3-Player benutze und beim Hören zu Hause stark an der klassischen Albengeschichte orientiert bin. Um mal die eine oder andere CD auszulesen bzw. MP3s, die es auf meine Festplatte verschlagen hat, zu brennen, ist Exact Audio Copy diesem iTunes – ein Blick in die spärlichen Optionen reicht – ohnehin haushoch überlegen: viel schlanker, präziser einstellbar, unterstützt praktisch alle Formate und hat freedb.org-Support. Zum Abspielen reicht mir Winamp 2.8 nach wie vor vollkommen aus, da ich nebenbei gern noch andere Programme laufen habe.

Die Deinstallation schließlich lässt sich nur über die Systemsteuerung veranlassen, und die angelegten Ordner sind nach dem erforderlichen Neustart noch von Hand zu löschen. Lästige Kleinigkeiten, die bei der Adaption des Programms an ein anderes beklopptes OS übersehen wurden.

Fazit: iTunes ist ein sehr mäßig gelungener Kompromiß aus einem Kodierungs-/Brennprogramm – dafür gibt es erheblich bessere Alternativen – und einer (möglicherweise gut brauchbaren) Medienverwaltungsoberfläche, die aber nur für Besitzer von MP3-Playern (iPod-Autisten) und/oder für Leute interessant ist, die sich zu jeder seelischen Schattierung die passende Playlist anlegen (und auch gleich brennen) wollen.

Im übrigen kann man Musikdateien einiger weniger Formate per Quicktime abspielen, muss dafür allerdings ein riesiges buntes Kinderprogramm (aber mit Apfelsymbol!) anwerfen. Das hat, wie auch der satte 20MB-Download für die Installationsdatei, seinen Grund hauptsächlich darin, dass ein Zugang zum MP3-Internetladen eingebaut ist. Wer also nicht für jedes Stück akustischen Halbschrotts sagenhafte 99 Cent ausgeben kann oder will, für den dürfte iTunes sowieso eher uninteressant sein.

Chinesisches Sprichwort

Einrichtungs- und Haushaltsgegenstände holt man sich am besten bei der Bank.
Die gibt es da nämlich als Dankeschön für so genannte Freundschaftswerbung. Wer einen Freund überredet, ein Konto zu eröffnen, wird bei der Deutschen Bank zum Beispiel mit einem schnurlosen Telefon oder einer Espressomaschine belohnt. Die Postbank lockt mit Akku-Bohrern und Wasserkochern, die Commerzbank hat Werkzeugkästen und Teleskope im Geschenkangebot.

Guten Tag, bekomme ich einen Kühlschrank, wenn ich mein Konto auflöse?

*

Sollte man zuhause auch mal wieder versuchen: »Sexszenen, die nicht zu unfreiwilliger Erbärmlichkeit neigen« (gesehen bei den Hofer Filmtagen).

Hosenkaufe

Auf dem Weg in den ersten Hosenladen eine Viertelstunde im Aufzug verbracht. Wollte vom Erdgeschoss in die 5. Etage, die Frau, die mit mir einstieg, ins 3. Untergeschoss. Sie hatte zuerst gedrückt. Außerdem wird gerade das Einkaufszentrum, in dem der Laden liegt, zwei Jahre nach der Eröffnung einem ersten Totalumbau unterzogen. Jedesmal, wenn sich die Aufzugstüren gerade schlossen, kamen wie aus dem Nichts noch zwei Bauarbeiter mit einem tonnenschwer beladenen Hubwagen an, den sie mit großer Mühe und viel Geschick in den Aufzug hinein und eine Etage höher wieder hinaus bugsieren mussten. Es waren aber nie die selben zwei Bauarbeiter. Hab mich dann immer höflich zwischen Aufzugswand und Tonnengewicht geklemmt. Das Center-Management hat Textbücher an die Bauarbeiter verteilt, stets sagt einer von ihnen verständnisheischend zu den Mitfahrern, dass das aber überhaupt keinen Spaß macht, mit Tonnengewichten Aufzug zu fahren. Hab verständnisvoll geguckt und mich gefragt, ob die Bauleitung meine Reha bezahlen muss, wenn ich mit dem Tonnengewicht im Aufzug abstürze. In der 5. Etage angekommen, hatte ich vergessen, weshalb ich hergekommen war. Den Staub von der Jacke geklopft und über die Treppe ins Erdgeschoss zurück. Dort beim Zigarettenkaufen vom Zeitungshändler erklärt bekommen, dass der Totalumbau mit optimierten Kundenströmen zu tun habe. Außerdem komme jetzt auch eine Postfiliale rein, die ziehe sicher eine Menge Publikum an. Einsichtig geguckt und gedacht, dass ich in Einkaufszentren mit Postfilialen noch keinen Cent gelassen habe, nachdem ich in der Postfiliale war, weil ich nach 20-30 Minuten in der Publikumsschlange immer nur noch rauswollte. Als ich in einer Zeitung das Bild von Angela Merkel sah, fiel mir wieder ein, dass ich eine Hose kaufen wollte. Für den Weg zum zweiten Laden – ca. 1,5 Minuten – eine Zigarette angesteckt. An der Ecke mit der großen H.u.M.-Werbetafel schon wieder an den dummen Witz mit dem Eiffelturm gedacht. Im zweiten Hosenladen erneut festgestellt, dass eigentlich alle Hosen, die gut aussehen, vom Schnitt her immer noch für jene jungen Menschen gemacht sind, die ältere Max-Goldt-Geschichten bevölkern. Nach drei Kabinengängen verschwitzt und mit eineinhalb Prellungen aufgegeben. Auf dem Rückweg zum Trost ein Paar Handschuhe erstanden. Wenn ich den rechten Handschuh mal verliere, werde ich noch drei linke haben.